bwegt Zeitung bwegte Zeit - Seite 8



DAS BWEGT JOURNAL
AUSGABE 2020
Neuigkeiten unserer bwegt-Partner.
DB Regio Baden-Württemberg
Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG
Gemeinsam für eine starke
Inbetriebnahmen im Jahr 2019.
Schiene in Baden-Württemberg.
Start geglückt! So lässt sich die Über-
Albtal-Verkehrs-Gesellschaft
AVG begegnet nationalem
Fahrermangel mit
eigener Qualifizierung.
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Etwa alle zwei Monate heißt es bei der AlbtalVerkehrs-Gesellschaft (AVG): Einsteigen, informieren, bewerben! In diesen Abständen lädt das
Karlsruher Eisenbahnunternehmen zu Informationsabenden ein. Rund 150 Quereinsteiger
hat die AVG so in den letzten vier Jahren selbst zu
Triebfahrzeugführern ausgebildet. „Alle Eisenbahnunternehmen suchen händeringend nach Personal. Der Markt
ist leergefegt. Daher haben wir uns schon vor Jahren dazu entschieden, selbst auszubilden“, sagt Dr. Alexander Pischon, Vorsitzender
der AVG-Geschäftsleitung. Neun Monate dauert die Qualifizie-
nahme des regionalen Zugverkehrs
durch die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) auf den Strecken
von Ulm nach Aalen beziehungsweise von Ulm nach Munderkingen
seit Pfingsten 2019 beschreiben.
Grundlage dafür war zum einen die pünktliche Lieferung der Fahrzeuge durch den Hersteller Alstom, zum anderen die Rekrutierung der
nötigen Arbeitsplätze durch die SWEG. „Alle Stellen konnten pünktlich
besetzt werden“, sagt Tobias Harms, Technischer Vorstand der SWEG.
Die nächste Inbetriebnahme eines Schienennetzes stand für die SWEG
am 15. Dezember 2019 an – und zwar auf den Strecken Riegel-Malterdingen – Breisach, Bad Krozingen – Münstertal und Freiburg – Elzach.
Weil der Hersteller Bombardier die bestellten Elektrotriebfahrzeuge des
Typs Talent 3 aufgrund massiver Lieferschwierigkeiten nicht rechtzeitig bereitstellen konnte, muss die SWEG auf den genannten Strecken,
die sie allesamt auch schon vor Dezember 2019 befuhr, vorerst weiter
die bisherigen Fahrzeuge einsetzen. Rechtzeitig zur Verfügung stand
dagegen die Infrastruktur am Kaiserstuhl auf den Strecken Riegel-Malterdingen – Breisach und Riegel-Ort – Gottenheim. Die von der SWEG
Schienenwege GmbH bearbeitete Elektrifizierung dieser Strecken war
pünktlich zum Fahrplanwechsel abgeschlossen und blieb außerdem
im geplanten Kostenrahmen. „Darauf bin ich stolz und das verdient
Beifall“, sagte Uwe Lahl, Amtschef des baden-württembergischen Verkehrsministeriums bei einem Festakt in Endingen Ende Oktober 2019.
Quelle: SWEG
rungsmaßnahme. Bei der AVG ist sie besonders reizvoll, weil alle Fahrer
zwei Führerscheine erwerben: Sie absolvieren die Ausbildung nach den
Regelwerken der Eisenbahnen und Straßenbahnen. „Das ist bedingt
durch unser Karlsruher Modell“, erklärt Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der AVG. „Wir fahren mit unseren Stadtbahnen aus
der Region über Eisenbahngleise bis in die Karlsruher Innenstadt, wo wir uns dann als Straßenbahn fortbewegen.“ Für
die Bewerber scheint diese Mischung aus tollen Strecken im
ländlichen Raum und der trubeligen Fahrt durch die Innenstädte reizvoll zu sein. Bewerbungen erreichen die AVG
von ausgebildeten Quereinsteigern aus allen Bereichen:
vom Bäcker, über Einzelhandelskaufleuten bis zu Industriebeschäftigten. Das Grundgehalt von rund 2.600 Euro gibt es
ab dem ersten Monat der Qualifizierung. „Wir haben es geschafft,
durch diese stark beworbene Maßnahme dem Fahrermangel wirkungsvoll
zu begegnen und werden weiter ausbilden“, sagt Pischon.
Infos gibt es unter: www.avg.info/karriere
Quelle: AVG
Klimawandel und wachsendes Verkehrsaufkommen führen dazu,
dass die Schiene in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen
muss. Um die Erderwärmung zu begrenzen, ist u. a. eine massive
Verlagerung von Verkehr auf die klimafreundliche Schiene nötig.
Um das Wachstum des Schienenverkehrs zu bewältigen, muss
stark in die Infrastruktur investiert werden. Zur Erreichung der
ehrgeizigen Ziele (1 Mrd. mehr Fahrgäste pro Jahr bis 2040 bzw.
Verdopplung der Fahrgastzahl in Baden-Württemberg bis 2030)
ist ein gemeinsamer Kraftakt der DB, der Branche und der Politik
vonnöten – so auch im Südwesten. DB Regio Baden-Württemberg als größter Betreiber im hiesigen Nahverkehr ist hier eine der
großen Stützen des Systems Schiene. Neben der täglichen eigenen
Verkehrsleistung hat die DB Regio bspw. Ressourcen bereitgestellt,
um die Inbetriebnahmen der Wettbewerber zu unterstützen. Dies
bedeutet eine große organisatorische Herausforderung im Rahmen
der eigenen Außerbetriebnahmen in Württemberg, gleichzeitiger
Inbetriebnahmen in Südbaden und der täglichen Aufgabe, über
500.000 Fahrgäste zu ihren Zielen zu bringen. Wettbewerber im
Stuttgarter Umfeld werden aktuell von DB Regio mit Mietfahrzeugen (inkl. der Ausbildung der Personale) sowie der Instandhaltung
und Reinigung von Fahrzeugen unterstützt. Zudem bietet DB Regio
Baden-Württemberg seine Expertise u. a. in den Bereichen Marketing, Prüfleistung, Kundenbetreuung, Schienenersatzverkehr-Konzeption und -Durchführung und Bau von Spezialfahrzeugen an. Alle
Dienstleistungen stärken das System Schiene.

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