IRD-Jahresbericht 2017 - Seite 38



INLANDSARBEIT
INLANDSARBEIT
MuTeS
Gefördert durch:
Auch im Inland hat Islamic Relief ihre Aktivitäten
in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut.
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ISLAMIC RELIEF DEUTSCHLAND
2017 wurde das Muslimische Seelsorge Telefon (MuTes) von insgesamt 77 qualifizierten ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Hierbei wurden 5.195 Beratungsgespräche geführt. Außerdem
wurden im vergangenen Jahr elf weitere Personen zu Telefonseelsorgern ausgebildet.
Zudem war MuTeS, das auch 2017 wieder von der Berliner Senatsverwaltung gefördert
wurde, bei verschiedenen Veranstaltungen vertreten. Vom 30. März bis 1. April 2017 fand
der 18. Ökumenische Bundeskongress für Notfallseelsorge und Krisenintervention unter
dem Leitthema „Wi(e)der stehen! - Resilienz in Notfallseelsorge und Krisenintervention“
in Hannover statt. Hier war Imran Sagir als Leiter des Muslimischen SeelsorgeTelefons
(MuTeS) und der Muslimischen Notfallseelsorge in Berlin, die seit letztem Jahr der achte
(noch nicht offizielle) Träger der Berliner Notfallseelsorge/ Krisenintervention ist, vertreten.
Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24.-28.05.2017 war MuTeS mit
einem gemeinsamen Infostand mit der kirchlichen und der russischen Telefonseelsorge
vertreten. Im Anschluss gab es einen Abendspaziergang, bei dem eine Kirche, Synagoge
und eine Moschee besucht wurden und es darum ging, den Dialog zwischen Muslimen,
Christen und Juden zu fördern. Zudem nahm Imran Sagir an einer Podiumsdiskussion
mit dem Titel „Was ist die Mission? Glauben in einer pluralen Welt“ bzw. „Religiöse Realitäten – Wo wir leben – Wo wir glauben“ des Bundesverbands Evangelische Konferenz für
TelefonSeelsorge und Offene Tür e. V. teil. Auch besuchte Imran Sagir die Veranstaltung
„Seelsorge in interreligiöser Perspektive“ vom 27.-28.10.2017, bei der er den Workshop
„Seelsorge per Telefon und Internet“ leitete.
Das Muslimische SeelsorgeTelefon bot ab Januar 2017 eine eigene Durchwahl speziell
für Flüchtlinge an. Beim FlüchtlingsSeelsorgeTelefon arbeiteten Seelsorger des Muslimischen SeelsorgeTelefons und der Kirchlichen Telefonseelsorge in Berlin und Brandenburg
zusammen. Jedoch wurde die Flüchtlingsseelsorge wegen zu geringer Nachfrage im
Oktober 2017 eingestellt. Die im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Gefängnisseelsorge
e. V. initiierte muslimische Gefängnisseelsorge läuft hingegen weiterhin stabil.
» Hintergrundinformationen zu MuTeS
Als Inlandsprojekt von Islamic Relief Deutschland bietet MuTeS seit dem 1. Mai 2009
Menschen in Notsituationen telefonische Unterstützung an. MuTeS konnte in einer großen Zahl von Telefonaten durch garantierte Anonymität dort Vertrauen aufbauen, wo vor
allem Menschen islamischen Glaubens eine weit verbreitete Hemmung haben, sich mit ihren Problemen ihren Mitmenschen, Institutionen oder den eigenen Verwandten zu öffnen.
Der kostenlose Seelsorgedienst am Telefon geht speziell auf die Belange der in
Deutschland lebenden Muslime ein, steht aber prinzipiell allen Menschen unabhängig
von Religion, Herkunft, Alter oder Geschlecht offen. Hilfesuchende können sich jeden Tag
rund um die Uhr an MuTeS wenden, dienstags zusätzlich auch auf Türkisch. Auf Nachfrage können seelsorgerische Gespräche bei MuTeS unter anderem auch auf Arabisch,
Marokkanisch-Arabisch, Urdu, Englisch und anderen Sprachen zu abgesprochenen
Terminen geführt werden. Im Fokus steht, die Sprachlosigkeit der muslimischen Anrufer
durch den anonymen Rahmen überwinden zu helfen und sie im konkreten Fall auch dazu
zu ermutigen, vorhandene soziale Dienste in Anspruch zu nehmen. •
JAHRESBERICHT 2017
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