univie 3/2019 SCREEN - Seite 17



wordrap
mit dem
rektor
RUBIRK
Im Rahmen meines ERC-Projekts (a-life.at)
sind wir über Zypern geflogen und haben
Mischungen aus Mineralstaub und Ruß
untersucht. In niedrigen Höhen fanden
wir große Mengen an Ruß von lokalen Verschmutzungen durch Industrie und Verkehr
vor, aber auch in den Staubschichten –
insbesondere wenn sie aus den arabischen
Wüsten kamen – konnten wir erhöhte
Rußkonzentrationen feststellen.
Wo ist die Luft (noch) sauber?
Am saubersten – hinsichtlich der Aerosolpartikel – ist die Luft nach einem starken
Regen sowie fernab großer Städte und
urbaner Agglomerationen. Aber auch
natürliche Quellen wie Vulkane oder
Wüsten können die Luftqualität beeinflussen. Die „reinsten“ Messwerte, die wir bei
Messflügen erheben konnten, stammen
aus der Nähe der Antarktis. Doch wir dürfen
nicht vergessen: Luftverschmutzung ist
globalisiert. Partikel bleiben nicht dort, wo
sie emittiert werden. In kurzer Zeit werden sie über weite Strecken transportiert
und können die Aerosolkonzentration in
Gebieten fernab der Quellen erhöhen. Luft
aus Amerika ist in weniger als einer Woche
in Österreich. Die Luft, die in Asien loszieht,
erreicht uns in etwa drei Wochen.
Angesichts des Klimawandels werden zunehmend Maßnahmen des Geoengineerings
diskutiert, also technische Eingrie in die
globalen Kreisläufe. Was ist möglich?
Man unterscheidet zwei Ansätze: Solar
Radiation Management zielt darauf ab,
die Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche zu reduzieren und eine Abkühlung
herbeizuführen. U. a. wird diskutiert, Spiegel
im Weltall zu bauen oder künstlich tiefe
Wolken zu erzeugen, damit ein Teil der
Sonnenenergie im Weltall bleibt und gar
nicht erst in die Atmosphäre gelangt. Mit
Carbon Dioxide Removal soll CO2 nachträglich aus der Atmosphäre entfernt werden.
Doch für beide Ansätze gilt: Die technische
Umsetzung ist noch nicht ausgereift und
der Effekt der Maßnahmen unbestimmt. •
Das vollständige Interview finden Sie auf:
medienportal.univie.ac.at/klima
Heinz W. Engl,
Rektor der Universität Wien
Eine meiner einprägsamten Reisen war …
die Reise zur Europäischen Südsternwarte in der
chilenischen Atacama-Wüste, wo ich als Wissenschafter
ein mathematisches ESO-Projekt durchführte.
Die Übernachtung fand im ESO-Gästehaus statt, das
2008 als Kulisse für den James-Bond-Film „Quantum of
Solace“ diente.
Die Zeit im Flugzeug bzw. auf Flughäfen …
verbringe ich mit dem Schreiben von Mails, Lesen von
Papers und Schauen neuester Filme.
Auf Reisen immer dabei …
habe ich mein Handy.
Mobilität als Wissenschafter …
prägte mich stark, insbesondere meine frühen
Aufenthalte an amerikanischen Universitäten.
VERANSTALTUNGS-TIPP
„Herausforderung Klimawandel“ – Vortrag des Meteorologen Mojib Latif (GEOMAR Helmholtz Zentrum für
Ozeanforschung an der Universität Kiel).
Am Montag, 11. Juni 2018, um 17:30 Uhr, lädt die
Universität Wien zu Vortrag & Diskussion am Uni Wien
Campus, Hof 2, Hörsaal C1, Spitalgasse 2, 1090 Wien.
Weitere Informationen unter:
medienportal.univie.ac.at/semesterfrage
Jedes Semester stellt die Universität Wien ihren WissenschafterInnen eine Frage zu einem Thema, das die
Gesellschaft aktuell bewegt – diesmal: „Wie retten wir
unser Klima?“
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